MeineFW Registrieren | Nutzungsbedingungen  |  MeineFW Banner  |  Feuerwehren  |  Impressum Wir hören Radio-112.de
Registrieren
Login

E-Mail Adresse:

Passwort:

Einsatzberichte

Das Solarium implodierte, als die Tochter sich sonnte

Mit der Drehleiter näherten sich die Feuerwehrleute dem brennenden Haus und löschten den Dachstuhl von oben.

Mit der Drehleiter näherten sich die Feuerwehrleute dem brennenden Haus und löschten den Dachstuhl von oben.

Das Solarium implodierte, als die Tochter sich sonnte

Meterhohe Flammen schlugen gestern aus dem Dachstuhl eines Timmasper Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung an der Straße Am schwarzen Berg. Gegen 15.17 Uhr trafen die Freiwilligen Feuerwehren aus Timmaspe, Schülp, Nortorf und Gnutz ein.

"Ich habe Schnee geschaufelt, als ich den rauchenden Dachstuhl sah. Ich bin sofort rüber und wollte helfen. Da kamen mir schon hinter der Eingangstür die Flammen entgegen", berichtete ein Nachbar. Auch Timmasper Atemschutzträgern war es nicht möglich, im Haus das Feuer zu löschen. Der Einsatz des Nortorfer Drehleiterfahrzeuges zahlte sich an der Unglücksstelle aus, so konnte das Feuer von oben gelöscht werden. Dennoch brannte das Haus völlig aus. Die 36-jährige Tochter der vierköpfigen Familie wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus eingeliefert. Um die verzweifelten Familienangehörigen kümmerten sich Nachbarn. Der Sachschaden beträgt rund 200 000 Euro. "Nach unserem Kenntnisstand wurde das Feuer durch ein implodiertes Solarium verursacht", sagte der Einsatzleiter und stellvertretende Timmasper Wehrführer Karsten Pingel. Durch den Feuerwehreinsatz war die Ortsdurchfahrt in Richtung Gnutz über mehrere Stunden gesperrt. Die Angehörigen der Timmasper Feuerwehr waren bis in die späten Abendstunden vor Ort, um die letzten Brandherde zu löschen. Beamte der Kriminalpolizei untersuchten die Brandstelle nach der Ursache.

Folge Bericht.

"Ich bin erschüttert und kann eigentlich noch gar nicht glauben, was geschehen ist. Wir sind alle froh, dass niemand aus der Familie ernsthaft verletzt wurde. Es hätte alles schlimmer kommen können. Denn meine Tochter lag unter dem Solarium, als er einen lauten Knall gab. Wie sie mir erzählte, brannte es sofort lichterloh im Zimmer", sagte Heinz Reimers. Wir gestern berichtet, brannte sein Wohnhaus mit Einliegerwohnung in Timmaspe am Mittwoch völlig aus, weil das Solarium implodiert war.

Auf der Arbeitsstelle erreichte Heinz Reimers der Notruf. Er fuhr sofort zum brennenden Haus. Er wusste nicht, was mit seiner Tochter Manuela und dem Enkelkind Rony (6) geschehen war. Nur sie waren im Haus, denn seine Ehefrau Susanne ist ebenfalls berufstätig. Als er Tochter und Enkelin in den sicheren Händen der Feuerwehr wusste, versuchte er selbst, voller Verzweiflung ein Löschrohr in die Hand zu nehmen. "Ich stürzte ins Haus und atmete auch noch den beißenden Qualm ein. Freunde brachten mich vor die Tür, weil die Flammen uns schon entgegenschlugen", sagte Heinz Reimers. Seit 42 Jahren ist er selbst bei der Feuerwehr. "Ich habe viele Brände mitgelöscht und hätte nie gedacht, dass es uns treffen würde", so Reimers. Er wurde wie seine Tochter Manuela wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster eingeliefert. Beide konnten am Abend jedoch das Krankenhaus wieder verlassen.

"Nun wollen wir erst dafür sorgen, dass das Haus provisorisch abgedeckt wird. Die Leute von der Versicherung sind auch schon da. Wir wohnen jetzt erst einmal hier in Timmaspe in einer Ferienwohnung. Schauen wir mal, was noch alles auf uns zukommt. Wir sind alle völlig fertig", erklärte Heinz Reimers.

Die Nachbarn helfen, wo es nur geht. Inge Bohnhoff wohnt drei Häuser vom Brandort entfernt in der Straße und kann gut mitfühlen, was Familie Reimers hinter und noch vor sich hat. "Unser Haus ist vor dreieinhalb Jahren völlig abgebrannt", sagte die Nachbarin, als sie Heinz Reimers gestern Kaffee und Butterkuchen mitbrachte und die Familie am Wochenende zum Essen einlud.

Autor: feist112

Titel: Das Solarium implodierte, als die Tochter sich sonnte

Erstellt: 12.02.2010

Letzte Änderung: 14.02.2010

Hauptfeuerwehrmann  Männlich  Schleswig-Holstein  
Feist112
Dätgen
 
 








Parsed in 0.0256240367889 s