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Einsatzberichte

Flammen wüteten in altem Kunstglaswerk

Flammen wüteten in altem Kunstglaswerk

Feuer zerstört ganzes GebäuteGehren - Ein beißender Qualmgeruch hing noch am Freitagmorgen in der Luft über Gehren. Zwölf Stunden lang hatten rund einhundert Feuerwehrleute gegen die meterhohen Flammen gekämpft, die aus dem gesamten Dachgeschoss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes des Kunstglaswerkes in den Nachthimmel schlugen.

"Gegen 18.30 Uhr erreichte uns der Alarm", sagt Gehrens Wehrleiter Reiner Hertwig. Er sei gerade auf dem Weg zur Wehrleiterberatung gewesen, als er den "Roten Hahn" über dem Gebäude sah, das bereits seit Mitte der 90-er Jahre nicht mehr genutzt wird. Kameraden aus Gehren, Langewiesen, Ilmenau, Gräfinau-Angstedt, Wümbach, Jesuborn, Großbreitenbach, Möhrenbach, Pennewitz, Bücheloh und aus Plaue waren angerückt, um zu retten, was noch zu retten war.

"Aber es war sehr schwierig. Zunächst musste jede Menge Schnee beseitigt werden, um überhaupt an das Gebäude zu gelangen. Dabei haben uns die Beschäftigten des Bauhofes tatkräftig unterstützt", so Hertwig weiter. Dann konnte die Drehleiter aus Ilmenau in Position gebracht werden. "Anfangs haben wir auch einen Innenangriff versucht, dies aber abgebrochen, weil das Dach einzustürzen drohte. Die Kameraden auf der Drehleiter haben hier viel abgedeckt", erzählte der Feuerwehrmann.

Die Löscharbeiten gestalteten sich problematisch. Gegen 22.30 Uhr waren die Trinkwasserleitungen von Gehren erschöpft, so dass die Kameraden das Wasser aus dem Teich und aus der Wohlrose über weite Strecken heranschaffen mussten. "Allein die Gehrener Feuerwehrleute haben rund 2 000 Meter Schlauch verlegen müssen. Aber nicht nur das. Wegen der eisigen Temperaturen - minus 13 Grad - froren die Armaturen ein, die Manometer konnten den Druck nicht mehr anzeigen, die Schläuche platzten und mussten immer wieder und vor allem schnellstmöglich ausgewechselt werden, ehe das Wasser darin gefror ...

Gegen vier Uhr morgens war das große Feuer dann endlich gelöscht. Die Arbeit der Kameraden damit aber noch lange nicht erledigt. Immer wieder mussten kleinere Brandnester beseitigt werden. "Wir werden das Gebäude heute auch weiter kontrollieren", so Hertwig gestern Morgen.

Der Wehrleiter sei mit dem Ablauf des Einsatzes unter solch schwierigen Bedingungen zufrieden, sagte er. Es sei alles gut verlaufen und er sei froh, dass niemand verletzt wurde. Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Wehren habe gut geklappt, dafür und für ihren Einsatz wolle er allen Kameraden ganz herzlich danken. Und auch den Familien aus der Nachbarschaft, die die Feuerwehrleute während ihres nächtlichen Einsatzes mit heißem Tee und Kaffee versorgten.

Dank an alle Kameraden

Als die Floriansjünger gestern Morgen abgerückt waren, nahmen Beamte der Polizeidirektion Gotha den Brandort genau unter die Lupe. Lutz Harderer und Gerd Sopuschek, die Brandursachenermittler, konnten jedoch zu so früher Stunde noch nicht sagen, was das Feuer letztendlich ausgelöst haben könnte. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagten sie und verschwanden wieder in der Ruine.

Gehrens Bürgermeister Ronny Bössel bezeichnete diesen Großbrand als "wirklich schlimm", zumal auch immer die Gefahr bestehe, dass das Feuer auf angrenzende Gebäude übergreife. "Ich möchte an dieser Stelle allen Feuerwehrleuten danken, die in dieser Nacht im Einsatz waren." Auch an die TSI geht ein großes Dankeschön. Sie haben noch in der Nacht Salz zur Verfügung gestellt.

Seit Jahren bemühe sich die Stadt Gehren um die Klärung der Grundstücksverhältnisse der Industriebrache, die vermutlich von einem Treuhandunternehmen der TLG verwaltet wird, so Bössel. Die Stadt werde sich auch in Zukunft bemühen, Gefahren abzuwenden und das Grundstück wieder mit Zäunen verschließen.

Wie Detlef Kasch von der Polizeidirektion Gotha mitteilte, seien nach Zeugenhinweisen in den Donnerstagabendstunden bereits drei Jugendliche ermittelt worden, die jedoch angaben, nichts mit dem Brand zu tun zu haben. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen.

Autor: campino87

Titel: Flammen wüteten in altem Kunstglaswerk

Erstellt: 15.02.2010

Letzte Änderung: 15.02.2010

Hauptfeuerwehrmann  Männlich  Thüringen  
Campino87
Gehren
 
 








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