Einsatzberichte
Verkehrskollaps nach Massenkarambolage
73 Fahrzeuge fahren auf A4 ineinander - 24 Verletzte
Verkehrskollaps nach Massenkarambolage
73 Fahrzeuge fahren auf A4 ineinander - 24 Verletzte
Dresden/Nossen. Nach über acht quälenden Stunden hatte der wohl schlimmste Verkehrskollaps seit Jahren auf Sachsens Autobahnen endlich ein Ende: Gegen 17.30 Uhr rollten am Freitag die ersten genervten Fahrer mit ihren Autos die A4 bei Wilsdruff wieder Richtung Dresden - eine Stunde später konnte auch die Vollsperrung am Kreuz Dresden West nach Chemnitz von der Polizei aufgehoben werden. Zuvor hatten im Laufe des Tages die Rettungskräfte 24 Verletzte versorgt oder mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen, die Abschleppdienste mussten 73 Fahrzeuge, darunter 18 Laster bergen. Ein Freitag als Supergau: Zwei Massenkarambolagen kurz nach 9 Uhr in der Früh - binnen weniger Minuten.
Auch Kordula und Karin Ebbert aus Warstein in Nordrhein-Westfalen standen den ganzen Tag im Stau. Sie hatten sich extra in den Nachtstunden auf den Weg gemacht, um am Morgen schon im knapp 500 Kilometer entfernten Dresden anzukommen. Doch 20 Kilometer vor dem Ziel war für die beiden Frauen Schluss: "Wir fahren jedes Jahr einmal gemeinsam für ein Wochenende weg", erzählte Kordula Ebbert. Auch diesmal hatten sie ein Hotel in der Elbmetropole gebucht, Reiseführer gewälzt, Pläne geschmiedet. "Die gebuchte Stadtrundfahrt haben wir per Handy leider wieder absagen müssen", so die beiden Frauen.
Insgesamt waren zehn Feuerwehrfahrzeuge mit 60 Kameraden, dazu 15 Rettungswagen und zwei Notarztwagen im Einsatz, das Technische Hilfswerk sicherte die Stauenden ab. Auch der ADAC half mit zwei Rettungshubschraubern und vier Straßenwachtfahrern. "Wir hatten etliche Pannen wegen heiß gelaufener Motoren, mussten uns regelrecht durch die Autokolonnen kämpfen", so ein Sprecher des ADAC.
Experten vermuten, dass plötzlich dichte Schneefälle die Ursache für die beiden Massenunfälle gewesen sein könnten. "Laut unserem Chef der Autobahnmeisterei Nickern, der gerade nahe Dresden West gewesen ist, hat es zu dem Zeitpunkt einen starken Schneeschauer gegeben, der fast den Effekt einer Nebelwand gehabt haben muss", so Burkhard Zscheischler vom Autobahnamt Sachsen. Er vermutet, dass es die schlechte Sicht gewesen ist, die zu den Unfällen führte. Denn kurz zuvor seien die betroffenen Strecken gesalzt worden, so Zscheischler. "Die Fahrbahnen waren nass, aber nicht vereist." Die Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge konnte am Freitag auch noch keine abschließenden Unfallursachen nennen. Ersten Zeugenberichten zufolge habe es tatsächlich in den betreffenden Gebieten gegen 9 Uhr lokale, starke Schneeschauer gegeben. "Ob und wie diese zu den Unfällen beigetragen haben, wird noch geprüft", so Sprecher Jörg Weyand.
Die beiden Massenkarambolagen hatten für den pendlerstarken Freitag verheerende Folgen, weil sie nahe der zwei Autobahnkreuze Dresden West und Nossen passierten. Autobahnabschnitte an der A14 Richtung Dresden als auch an der A17 Richtung Leipzig mussten gesperrt und der Verkehr weiträumig umgeleitet werden.
Die beiden Kreuze sind neuralgische Punkte in Sachsens Autobahnnetz: Von der A17 kommen im Schnitt am Tag etwa 20.000 Fahrzeuge auf die A4, auf welcher schon etwa 73.000 Fahrzeuge in jeder Richtung unterwegs sind. Am Kreuz Nossen treffen sich etwa 80.000 Fahrzeuge. "Wenn die Verkehrsströme genau dort unterbrochen sind, dann haben wir, wie gestern erlebt, ein echtes Problem", so Zscheischler.
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» Meldung der Freien Presse - Erschienen am 06.03.2010
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Autor: stef-112
Titel: Verkehrskollaps nach Massenkarambolage
Erstellt: 06.03.2010
Letzte Änderung: 12.04.2011
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